Deutsch/Nìmecky  Èesky/Czech
 

Svitavské jeskynì – Pusté kostely – Pekelné doly

Die Anfänge der Entstehung der mit Hand in den Sandstein gehauenen Höhlen, sind heute nicht mehr eindeutig datierbar. Nicht einmal Historiker der letzen Jahrhunderte wollten sich zum Entstehungszeitraum des mit wahrhaftig herkulischen Ausmaßen in den Lausitzer Bergen ausdehnenden Labyrinth „Pusté kostely“ festlegen. Sie vermuten den Beginn der Jahrzehnte andauernden Arbeiten im Berg auf das 15. bis 16. Jahrhundert.

Zur größten Erweiterung der einzigartigen Räume kam es angeblich durch den Abbau von Sand für die einheimische Glasbläserzunft. Hier wurde neben anderen Glaserzeugnissen vornehmlich  Glas zur Herstellung feingeschliffener Spielegel gefertigt.

Verschiedene andere Quellen beschreiben die Entstehung auf andere Weise. So sollen Mönche im Berg gelebt haben, wofür eingehauene Namen – Verlassene Kirchen / Pusté kostely -  sprechen könnten.

In der näheren Umgebung der Höhle findet man einige kleinere, ein bis zwei Räume umfassende Höhlen, die für Wohnzwecke Verwendung fanden. Nicht weit entfernt (etwa 700m) von unseren Höhlen sind ähnliche Höhlen kleinerer Abmessungen vorhanden, die ebenfalls mit eingemeißelten Namen versehen und ganz offensichtlich auch zu Wohnzwecken aus dem Stein gehauen wurden. Die Bruderschaft der Mönche, deren Name in der Übersetzung aus dem Tschechischen  – Die Sucher der Wahrheit– hießt, hauste höchst wahrscheinlich in den kleineren Wohnhöhlen und nutze für gemeinsame religiöse Rituale die größeren Räume der Höhle „Lindava“ unseres derzeitigen Biker Clubs.

Ein Reiseführer aus den Jahren der ersten Tschechischen Republik (Anfang des letzten Jahrhunderts) beschreibt die Höhle als einen Stollen von 110m Länge. Er befand sich vor dem 2. Weltkrieg im Besitz des Grafen von Kinski, der in dem Stollen Sand für die Glasfertigung abbaute.

Nach der Okkupation der Tschechischen Republik durch die Deutsche Wehrmach, wurde die Höhle seit 1940 als geheime Produktionsstätte für  Luftfahrttechnik und Waffensysteme, wie unter anderem auch der Raketen V1 und V2 verwendet. Zu diesem Zweck bauten die Nazis das Höhlensystem aus und erweiterten es, wofür sie sich wie in anderen Reichgebieten Zwangsarbeitern und  politischer Häftlinge bedienten. In den letzten Kriegsmonaten zogen Teile der Werkstätten des Rüstungsunternehmens Bremen, aus dem schlesischen Kalisch, in die Höhlen ein. Dieses mußte vor der vorrückenden Ostfront seine Produktion ins Reichsinnere verlegen. Zur Fortführung der Produktion von der Flugzeug Kanone Mk 108 (30mm Kanone – eine wahre „Bomberstanze“. Den nur ein einziger Treffer mit dem Explosivgeschoß von 30mm aus dieser Kanone hieß ein 99% Abschuß!!!) wurden die Höhlenböden durch Beton verstärkt und zusätzliche Wände für die  Schaffung einzelner Produktionsabteilungen eingezogen. Für den Betrieb sahen die Nazis mehrere Hundert Zwangsarbeiter vor, für die am Rande von Velenice ein Internierungslager errichtet wurde. Das Kriegsende und die Kapitulation Nazideutschlands überrollte jedoch die weit vorangeschrittenen Planungen und Bauarbeiten und so kamen statt der mehreren hundert Arbeiter nur einige zehn Arbeiter zum Einsatz.

Nachdem erst am 8.5.1945 das Tuch des Schweigens von diesem Höhlensystem genommen wurde, sind die Räume von ihren neuen Besitzern als Lager für Obst und Gemüse, für ausgemustertes militärisches Material und für Baumaterial/Schutt verwendet worden.

Heute werden diese einzigartigen Felsenräume durch den private Biker Club „Pekelné doly“  (Teufelsgrube) bewirtschaftet und zur Freizeitgestaltung genutzt.

Besucher, die natürlich herzlichst eingeladen sind, können hier wohnen und sich von der tschechischen Küche oder auch an der Bar verwöhnen lassen. An Wochenenden finden regelmäßig Veranstaltungen für die Besucher statt, die mit vielerlei Belustigungen, künstlerischen Programmen, sportlichen Wettbewerben, Tanz und Musik erfüllt sind.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung:

·   Schloß Zákupy – mit einer Exposition schiefer Spiegel
·   Holzflößerkanal  - errichtet vom Grafen Kinsky
·   Sandsteinkapelle Svojkov
·   Burgruine Svojkov
·   Waldtheater in Cvikov
·   Felsenburg Sloup
 

 
[Poèítadlo] 

© 2004 Esther design